Zeit der offenen Türen – Teil 1

Wenn ich im Sommer im Laden bin und das Wetter schön ist, dann lasse ich gerne die Tür auf.  Für mich ist es schöner – ich bekomme frische Luft, höre die Stimmen auf der Strasse und winke meine Nachbarn zu. Es ist auch gut für die Kunden – wenn die Tür offen ist, ist die Hemmschwelle kleiner, die Leute kommen viel eher in den Laden hinein.  Sie schauen sich um, fragen was ich mache und lernen etwas Neues kennen. Manchmal nehmen sie eine Karte mit, oft sagen sie was für einen schönen Laden ich habe und gelegentlich kaufen sie etwas.

Und während ich dasitze und nähe, höre ich dann auch den einen oder anderen Kommentar.  Gestern zum Beispiel ging eine Frau mit ihren Enkeln vorbei.  Sie blieben kurz vor unserem Regal stehen und sahen sich die Produkte an. Der Junge hat sich für einen gehäkelten Anhänger in Form eines Frosches interessiert, das Mädchen für einen in Form einer Eule.  Da sagte die Frau: „Lernt mal häkeln, dann könnt ihr das selber machen!“ Und sie gingen weiter. Da hat die Frau schon recht. Aber in Wahrheit ist das nicht ganz so einfach. Ich höre oft: „Das kann man ja selber machen.“ Und ich möchte gerne antworten: “ Ja, natürlich.“ Deswegen heißt der Laden auch  Hands Gallery – weil alles von Hand gemacht ist.

Anderseits möchte ich auch auf den Kommentar „Das kann ich doch selber machen“, antworten, „Wenn ihr könnt.“ Für mich zum Beispiel ist Häkeln und Stricken noch immer ein Geheimnis.  Ich nähe und sticke und habe dann irgendwann entschieden, dass ich Häkeln und Stricken nicht lernen werde.  Daher kaufe ich gerne handgestrickte Sachen. Da ich andere Dinge von Hand selber mache, weiß ich welch ein Ideenreichtum, welche Erfahrung und Zeit, geschweige denn Material, investiert wird um ein ansprechendes Produkt zu erschaffen.  Und ich schätze diese Qualitäten an anderen handgemachten Produkten. Daher bin ich gerne bereit für etwas, das mich begeistert, zu zahlen.

Früher wurde alles selber hergestellt.  Und heutzutage gibt es tausende Tutorials um zu lernen, wie man etwas selber macht.  Auf YouTube sieht das alles einfach und schnell zu machen aus. Aber wer es selbst ausprobiert, weiß sicher, dass es komplizierter ist. Vor einem fertigen Produkt zu stehen und zu sagen „Das kann man selber machen“, ist wie in den Supermarkt zu gehen, die Karotten anzuschauen und zu sagen „Die kann ich selber anbauen.“ Ja, natürlich kann man.  Aber hat man das notwendige Wissen und Können? Ist man bereit die Zeit und Geduld zu investieren, die zum Erfolg führt? Hat man die richtige Zutaten – für Karotten Erde und Saatgut – die zu einem leckeren, wohlaussehenden Resultat führt?

Es könnte sein, dass man das gesehene lieber kauft.  Dann, wenn man erfahren hat, was man alles an dem Produkt mag – beim Häkeln vielleicht die Textur, die Farben und die witzige Form, bei den Karotten den leckeren Geschmack, die vielen Nährstoffe und den festen, knackigen Biss – ist man inspiriert selbst mehr darüber zu lernen.  Im nächsten Jahr pflanzt man vielleicht die Karotten oder lernt Häkeln.  Es wird in beiden Fällen einige Zeit dauern, bis man das erwünschte Ergebnis erreicht.

Da kommen die Künstler der Hands Gallery ins Spiel – für alle, die gerne etwas handmade haben wollen und es selber nicht machen können – egal aus welchen Gründen.  Und wenn Sie es doch selber machen können – dann nur zu!  Wir freuen uns Sie zu inspirieren oder ein nettes Gespräch mit Ihnen zu führen. Und dann können wir alle gemeinsam etwas Zeit nehmen um die Idee, das Können und das Talent, die in jeden unseren Produkten steckt, zu bewundern.